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Luxor Westbank

 


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Luxor Eastbank - Karnak-Tempel
Bezirk für Amun: Chonsu-Tempel, Opet-Tempel, Tempel von Ramses II., Ptah-Tempel

von Claudia Ali, 12.06.12

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Neben dem großen Amun-Tempel befinden sich noch weitere Tempel im Amun-Bezirk. Auch wenn es in der Umfassungsmauer des Amun-Bezirks in jeder Himmelsrichtung ein Tor gibt, so hat man doch nur durch den Haupteingang des Amun-Tempels Zugang zu diesen Tempeln:





Grundriss des Amun-Bezirks:

Die einzelnen Bereiche sind anklickbar und führen direkt zum entsprechenden Kapitel.

Grundriss des Amun-Bezirks




Im Süden des Amun-Bezirks gelegene Tempel:

Das Modell aus dem Projekt "Digital Karnak" der University of California Los Angeles (UCLA) zeigt die Lage von Opet-Tempel (li.) und Chonsu-Tempel (Mitte) mit dem Euergetes-Tor (re.) im Amun-Bezirk:

Amun-Bezirk: Modell, (c) UCLA
Blick von Südwesten



Chonsu-Tempel:

Von der Großen Säulenhalle des Amun-Tempels führt rechts ein Tordurchgang auf den Weg zum Chonsu-Tempel - vorbei an einen riesigen Feld mit verzierten Kalkstein- und Calcitblöcken, die vom frühen Tempelbau Amenhotep I. stammen und rekonstruiert werden sollen.

Tor von der Großen Säulenhalle des Amun-Tempels zum Steinelager und Chonsu-Tempel
Tor von der Großen Säulenhalle des Amun-Tempels zum Steinelager und zum
Chonsu-Tempel

Der gut erhaltene Tempel des Mondgottes Chonsu, Sohn des Götterpaares Amun und Mut, liegt in der südwestlichen Ecke des Amun-Bezirks. Er ist von Süden nach Norden ausgerichtet - man betritt ihn von Süden - und misst 80 x 32 Meter (Länge x Breite). Vermutlich begann bereits Amenhotep III. (1390-1353 v. Chr.) mit dem Bau, an den nur noch ein Papyrus erinnert, doch der hauptsächliche Anteil stammt von Ramses III. (1187-1156 v. Chr.).

Johann Jacob Frey: Ansicht von Karnak in Ägypten, Öl auf Leinwand, 54 x 104 cm, 19. Jh.
Ölgemälde von Johann Jacob Frey (19. Jh.): li.: Euergetes-Tor und dahinter der Chonsu-Tempel, daneben im Hintergrund der Amun-Tempel und re. der 10. Pylon

Pylon des Chonsu-Tempels mit Resten einer Sphingenallee und des Taharqa-Kiosks
Pylon des Chonsu-Tempels mit Resten einer Sphingenallee und des Taharqa-Kiosks

Ramses IV. (1156-1150 v. Chr.), Ramses XI. (1105-1076 v. Chr.) sowie die Hohepriester Herihor (1076-1066 v. Chr.) und Pinudjem I. (1070-1055 v. Chr.) sorgten schließlich für die Dekoration. Die beiden letzteren, die nach dem wirtschaftlichen Niedergang Ägyptens am Ende der 20. Dynastie faktisch die Macht in Oberägypten übernommen hatten, bauten außerdem den Pylon (B) und den Kolonnadenhof (C) an. Taharqa (691 – 664 v. Chr.) ergänzte vor dem Pylon einen Säulenhof mit 4 Reihen à 5 Papyrussäulen.

Chonsu-Tempel: Modell aus dem Projekt Digital Karnak, (c) UCLAModell aus dem Projekt "Digital Karnak" der UCLA



Grundriss des Chonsu-Tempels:

Die einzelnen Bereiche sind anklickbar und führen direkt zum entsprechenden Kapitel.

Grundriss des Chonsu-Tempels A
B
C
D
E
F
G

a

Sphingenallee
Pylon
Kolonnadenhof (Peristyl)
Säulenhalle (Hypostyl)
Barkenhalle
Pronaos
Naos (Sanktuar)

eine der Seitenkapellen



Sphingenallee (A), Pylon (B) und Kolonnadenhof (C):

Eine kurze Sphingenallee führt vom Euergetes-Tor zum 32 m breiten, 17 m hohen und 10 m tiefen Pylon des Tempels, der den Eingang bildet. Hinter dem Durchgang befindet sich der Hof mit zweireihigen Kolonnaden und insgesamt 28 Säulen an 3 Seiten. Dort sind zur Zeit noch (Sommer 2012) Restaurierungsarbeiten im Gange. Die Wände zeigen Opferszenen mit Herihor.

Chonsu-Tempel: Kolonnadenhof
Chonsu-Tempel: Kolonnadenhof

Chonsu-Tempel: Kolonnadenhof - Säule Chonsu-Tempel: Kolonnadenhof - Wandrelief
Chonsu-Tempel: Kolonnadenhof - Säule • Wandrelief



Säulenhalle (D):

Ein Durchgang, der den Namen Ptolemaios IV. trägt, führt zu einer Säulenhalle mit 8 über 7 Meter hohen Papyrussäulen. Her sind Ramses XI. und Herihor verewigt. Auf der Mittelachse steht eine kleine Pavianstatue, die Chonsu repräsentiert.

Chonsu-Tempel: Säulenhalle
Chonsu-Tempel: Säulenhalle

Chonsu-Tempel: Säulenhalle - Chons in Gestalt eines Pavians
Chonsu-Tempel: Säulenhalle - Chonsu in Gestalt eines Pavians



Barkenhalle (E):

Hinter der Säulenhalle liegt die Barkenhalle für die Heilige Barke von Chonsu. Sie wurde von Amenhotep II. gebaut und von Ramses IV. usurpiert - die Reliefs dort zeigen ihn.

Chonsu-Tempel: Barkenhalle
Chonsu-Tempel: Barkenhalle



Pronaos (F) und Naos (G) :

An die Barkenhalle schließt sich der Pronaos (Vorhalle) an. Von hier führen 3 Durchgänge zu den 3 Räumen des Naos (Sanktuar).

Chonsu-Tempel: Blick vom Tempeldach in den Pronaos mit Barkenaltar
Chonsu-Tempel: Blick vom Tempeldach in den Pronaos mit Barkenaltar

Die hintere Wand zeigt Opferszenen mit Ramses IV., hier opfert er Montu seinen Namen:

Chonsu-Tempel: Hintere Wand des Pronaos
Chonsu-Tempel: Hintere Wand des Pronaos



Seitliche Kapellen:

In einer Kapelle rechts (a) des Pronaos sind einige sehr farbenprächtige Reliefs nach ihrer Restaurierung zu sehen:

Chonsu-Tempel: Ramses III. opfert ein Gefäß in Form einer Sphinx
Chonsu-Tempel: Ramses III. opfert ein Gefäß in Form einer Sphinx

Chonsu-Tempel: Ramses IV. opfert vor einer seltenen ithyphallischen Löwengottheit - normalerweise waren diese weiblich
Chonsu-Tempel: Ramses IV. opfert vor einer seltenen ithyphallischen Löwengottheit - normalerweise waren diese weiblich

Chonsu-Tempel: Montu und seine Gemahlin Rat-taui erhalten Opfergaben
Chonsu-Tempel: Montu und seine Gemahlin Rat-taui erhalten Opfergaben

Chonsu-Tempel: Relief über der Tür mit Kartuschen Ramses III.
Chonsu-Tempel: Relief über der Tür mit Kartuschen Ramses III.

Andere Räume sind noch in Arbeit:

Chonsu-Tempel: noch unrestaurierte Kapelle mit Chons-Relief
Chonsu-Tempel: noch unrestaurierte Kapelle mit Chonsu-Relief



Gegenkapelle:

An der Rückwand des Chonsu-Tempel befindet sich eine Gegenkapelle. Hier durfte das einfache Volk, dem der Zutritt zum Innersten eines Tempels strengstens untersagt war, zu einem an der Außenwand angebrachten Bildnis von Chonsu beten und um Hilfe bei Problemen bitten.

Chonsu-Tempel: Blick vom Tempeldach auf die Gegenkapelle
Chonsu-Tempel: Blick vom Tempeldach auf die Gegenkapelle



Euergetes-Tor:

Die Planung für das Bab el-Amara stammt von Nektanebos I., es wurde aber erst von Ptolemaios III. Euergetes in der ptolemäischen Zeit im Süden des Amun-Bezirks vor dem Tempel des Chonsu errichtet. Es ist 21 m hoch und mit sehenswerten Reliefs verziert. Direkt davor befand sich zu dieser Zeit ein Gerichtshof. Vom Tor führt eine 2,7 km lange, von Nektanebos I. errichtete Sphingenallee zum Luxor-Tempel, eine zweite - sehr kurze - zum Chonsu-Tempel.

Euergetes-Tor auf der Südseite des Amun-Bezirks Euergetes-Tor auf der Südseite des Amun-Bezirks
Euergetes-Tor auf der Südseite des Amun-Bezirks



Opet-Tempel:

Unmittelbar links neben dem Chonsu-Tempel steht der Opet-Tempel. Er wurde wahrscheinlich bereits von Nektanebos I. begonnen und von Ptolemaios II. und III. beschriftet (die Osiriskapelle trägt seine Inschrift), doch der Hauptanteil stammt von Ptolemaios VIII.

Der Opet-Tempel ist wie der Amun-Tempel von Westen nach Osten ausgerichtet mit Eingang im Westen. Die Nilpferdgöttin Opet soll hier Osiris geboren haben. Nein, es ist komplizierter: Nach dem Glauben der ptolemäischen Herrscher verwandelte sich Amun nach seinem Tod in Osiris, ging in den Körper von Opet ein und wurde dann von ihr als Chonsu wieder geboren. Das ist wohl der Grund, weswegen die beiden Tempel derart dicht beieinander liegen.

Opet-Tempel, dahinter der Pylon des Chonsu-Tempels
Opet-Tempel, dahinter der Pylon des Chonsu-Tempels

Opet-Tempel: GrundrissDurch einen von ehemals 4 Säulen flankierten Aufgang (a) gelangt man durch das Tor im Pylon (b) in einen Hof (c). Dort befand sich ein Kiosk mit ebenfalls 4 Säulen. Der Tempel selbst steht auf einem fast 2 Meter hohen Podest (Soubassement), das den Schöpfungshügel symbolisieren sollte und 19,6 x 22,7 m misst. Durch den Höhenunterschied konnten "unterirdische" Räume, u.a. ein Geburtsraum und eine Osiris-Kapelle, eingebaut werden. Im Tempel selbst, der derzeit (Mai 2012) wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen ist, befindet sich eine Säulenhalle (d) mit 2 Hathor-Säulen, dahinter das Sanktuar (e). An den Wänden ist Ptolemaios II. mit verschiedenen Göttern dargestellt.

Opet-Tempel mit Euergetes-Tor - Westseite
Opet-Tempel mit Euergetes-Tor - Westseite

Opet-Tempel: Restaurierungsarbeiten in der Säulenhalle Opet-Tempel: Restaurierungsarbeiten in der Säulenhalle
Opet-Tempel: Restaurierungsarbeiten in der Säulenhalle

Hinter der Säulenhalle liegt das Sanktuar mit einer Statuennische - ein kleiner Schrein, in dem sich eine Osiris-Statue befand. Er ist von außen zugänglich und nur zwei Schritte vom Chonsu-Tempel entfernt.

Opet-Tempel - Ostseite: Schrein im Soubassement
Opet-Tempel - Ostseite: Schrein im Soubassement

Auf einem Relief an der Nordwand ist die mystische Vereinigung des toten Osiris, dargestellt als junger Mann liegend auf einer Löwencouch, mit dem Sonnengott Amun-Re. Amun-Re schwebt als ithyphalllischer Ba-Vogel über ihm, während Osiris gerade wieder erwacht und beginnt sich zu bewegen:

Description de l'Égypte: Relief der mystischen Vereinigung aus dem Opet-Tempel, 1798-1801 (1809-1828)
Description de l'Égypte: Relief aus dem Opet-Tempel, 1798-1801 (1809-1828)



Im Osten des Amun-Bezirks gelegener Tempel:

Östlicher Tempel Ramses II.:

Obelisk Thutmosis IV. in Rom (Lateran-Obelisk)Im Osten hinter dem Amun-Tempel befindet sich der noch kaum ausgegrabene und erforschte Tempel von Ramses II. Hier ließ Thutmosis IV. den mit 33 Metern größten Obelisken aller Zeiten, den bereits sein Großvater Thutmosis III. in Auftrag gegeben hatte, aufstellen - nur der Unvollendete Obelisk im Steinbruch von Assuan wäre 7 Meter höher gewesen. Ein quadratisches Steinpflaster erinnert noch an den Obelisken, der 357 n. Chr. nach Rom transportiert wurde und nun mit einem christlichen Kreuz an seiner Spitze vor der Kirche San Giovanni in Laterano steht.

Ost-Tor des Amun-Bezirks mit den Resten des Tempels von Ramses II. davor
Ost-Tor mit den Resten des Tempels von Ramses II. davor

Der von Ramses II. erbaute Tempel wurde später von Taharqa und Ptolemaios VIII. verändert. Er misst 32 m (Breite) x 25,5 m (Länge) und diente offenbar ebenso wie die etwas weiter westlich gelegene Kapelle von Thutmosis III. als Gegenkapelle ("Kapelle des hörenden Ohres"). Wieder verwendete Säulentrommeln von Thutmosis III. legen den Verdacht nahe, dass Ramses II. einen von ihm stammenden Schrein hier wieder aufbaute.

Das Modell aus dem Projekt "Digital Karnak" der University of California Los Angeles (UCLA) zeigt den Tempel von Ramses II. inklusive aller späteren Anbauten:

Modell des Tempel Ramses II., (c) UCLA Modell des Tempel Ramses II., (c) UCLA
Tempel Ramses II.: Blick nach Südwesten mit dem Amun-Tempel und dem Heiligen See bzw. nach Nordosten mit dem Ost-Tor des Amun-Bezirks

Östlicher Tempel Ramses II.: GrundrissMan betritt den Tempel Ramses II. von Osten her. Wie beim Chonsu-Tempel baute Taharqa mehrere hundert Jahre später einen Säulenhof (a) vor das Tor (b), durch das man in einen Kolonnadenhof (c) mit 9,5 m hohen Säulen gelangt. Zwei Durchgänge an der Seite führen zu einer überdachten Säulenhalle (d) mit einer Scheintür, die um die Basis des Obelisken (e), der heute in Rom steht, herumgebaut war.

Tempel von Ramses II.: Säulen Tempel von Ramses II.: Ramses II. zwischen Thot und Horus
Tempel von Ramses II.: Säulen • Ramses II. zwischen Thot und Horus

Tempel von Ramses II.: Scheintür in der Säulenhalle Tempel von Ramses II.: Paviangestaltige Götter
Tempel von Ramses II.: Scheintür in der Säulenhalle • Paviangestaltige Götter (sie fanden mittlerweile im Open-Air-Museum ihren Platz)

Östlich hinter dem Tempel Ramses II. liegt das monumentale Ost-Tor, das aus der Zeit von Nektanebos I. stammt.

Osttor - im Vordergrund der Tempel Ramses II.
Osttor - im Vordergrund der Tempel Ramses II.



Im Norden des Amun-Bezirks gelegener Tempel:

Ptah-Tempel:

Vom Hof zwischen dem 3. und 4. Pylon des Amun-Tempels führt ein Weg zum an der nördlichen Umfassungsmauer des Amun-Bezirkes gelegenen Ptah- Tempel. Der Schöpfergott Ptah und seine Gefährtin Sachmet wurden hier verehrt.

Ptah-Tempel: Südseite
Ptah-Tempel: Südseite

Ptah-Tempel: GrundrissDer Ptah-Tempel war ursprünglich selbst von einer Mauer umgeben. Thutmosis III. (18. Dynastie) ersetzte ein schon vorhandenes marodes Lehmziegel-Heiligtum durch einen Sandsteinbau, das später beträchtlich erweitert wurde: Haremhab (18. Dynastie) nahm Restaurierungen vor. Schabaka (25. Dynastie) und spätere ptolemäische Herrscher bauten 5 Pylone vor den eigentlichen Tempel. Der 1. Pylon (Nr. 1) trägt die Kartusche Ptolemaios VI. Der 2. und 4. Pylon (Nr. 2 und 4) stammen von Schabaka. Der 3. Pylon (Nr. 3) von Ptolemaios XIII. besteht nur aus 2 Säulen. Der 5. Pylon (Nr. 5) von Ptolemaios III. bildet den Eingang zu einer kleinen Säulenhalle mit vier eleganten 5,25 Meter hohen Säulen und hat verschiedene Innenräume. Der 6. und älteste Pylon (Nr. 6) stammt von Thutmosis III., Ramses III. (20. Dynastie) erneuerte ihn.

Ptah-Tempel
Ptah-Tempel

Ptah-Tempel: Pylone mit Blick auf den Eingang Ptah-Tempel: Thutmosis III. am 6. Pylon
Ptah-Tempel: Pylone mit Blick auf den Eingang • Thutmosis III. am 6. Pylon

Der Tempel für Ptah ist gut erhalten. Hinter dem 6. Pylon liegt ein Vestibül (a) mit Opferaltären - der rechte stammt schon von Amenemhet I. (12. Dynastie) und stand im Hof des Mittleren Reiches des Amun-Tempels. Irgendwann im Altertum wurde er in den Ptah-Tempel geschafft. Schon Auguste Mariette (1875) und Georges Legrain (1903) dokumentierten bei ihren Ausgrabungen das fehlende rechte Eck des Rosengranit-Altars. Dieses befand sich als private (unidentifizierte) Leihgabe im Metropolitan Museum of Art. Als die Kuratoren des Museums auf Grund eines 2000 veröffentlichten Artikels seine Herkunft erkannten, nahmen sie Kontakt mit dem SCA in Ägypten auf, der wiederum den Besitzer kontaktierte. Am 3. Februar 2010 kam es zur erfreulichen "Wiedervereinigung" in Karnak:

Ptah-Tempel: Rosengranitaltar von Amenemhet I. mit fehlendem Eck, (c) CNRS/CFEETK Ptah-Tempel: Rosengranitaltar von Amenemhet I. mit ergänztem Eck, (c) CNRS/CFEETK
Ptah-Tempel: Rosengranitaltar von Amenemhet I. - ohne Eck, mit Eck und nach der Restaurierung:

Ptah-Tempel: Rosengranitaltar von Amenemhet I. nach der Restaurierung

Die Wandreliefs zeigen verschiedene Pharaonen bei Opferungen:

Ptah-Tempel, Vestibül: Ptolemaios IV. opfert an Ptah, Hathor und Imhotep
Ptah-Tempel - Vestibül: Ptolemaios IV. opfert an Ptah, Hathor und Imhotep - der Architekt der Djoser-Pyramide wurde in ptolemäischer Zeit als Gott verehrt

Ptah-Tempel: Treppe zum Tempeldach Ptah-Tempel: Blick vom Vestibül nach draußen
Ptah-Tempel: Treppe zum Tempeldach • Blick vom Vestibül nach draußen

An das Vestibül schließen sich 3 Schreine (b) an: Der linke und der mittlere dienten der Verehrung von Ptah, der rechte von Hathor. In letzterem steht eine Statue von Sachmet, die zu bestimmten Tageszeiten durch eine Öffnung in der Decke derart dramatisch beleuchtet wird, dass die Dorfeinwohner von Karnak sie vor 100 Jahren für ein Monster hielten und auf sie einprügelten. Schon 1900 hatte Georges Legrain Schwierigkeiten mit seinen Arbeitern. Sieben kleine Kinder waren in den Boden des Ptah-Heiligtums eingebrochen, ihre Leichen wurden aber nie gefunden. Man hielt den Platz seitdem für die Höhle eines Leichen fressenden Monsters, dessen Ruhe man mit Ausgrabungen zu stören fürchtete.

Ptah-Tempel: Ptah-Statue Ptah-Tempel: Sachmet-Statue, (c) Asavaa
Ptah-Tempel: Ptah-Statue • Sachmet-Statue

In der jüngsten Vergangenheit haben Archäologen mehrfach größere Monumente auf dem Gelände des Ptah-Tempels ausgegraben. Im Juli 2011 entdeckten sie die Mauer, die einst den Tempel umschloss, sowie reliefverzierte Blöcke aus der Zeit Thutmosisi III. und ein Tor aus der Zeit von Schabaka. Eine Sensation war der Fund von Teilen eines Sandsteintors aus der 17. Dynastie im März 2012. Das Tor trägt Hieroglyphen mit dem ersten zeitgenössischen Hinweis auf den nahezu unbekannten Pharao Senacht-en-Re, dessen Name bisher nur in drei Dokumenten aus späteren Dynastien auftauchte.

Ptah-Tempel: Fund vom März 2012, (c) CNRS/CFEETK Ptah-Tempel: Fund vom März 2012 - Kartusche von Senacht-en-Re, (c) CNRS/CFEETK
Ptah-Tempel: Fund vom März 2012 • Kartusche von Senacht-en-Re

Gerne organisieren wir für Sie ein Besichtigungsprogramm, das wir ganz nach Ihren Wünschen zusammenstellen!

 



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Zum Amun-Tempel im Amun-Bezirk...
Zum Open-Air-Museum im Karnak-Tempel...
Zum Mut-Tempel-Bezirk...

Zum Verzeichnis aller beschriebenen Tempel...



Quellen und Literatur:

Projekt "Digital Karnak", University of California Los Angeles (UCLA): Website
Centre franco-égyptien d’étude des temples de Karnak (CFEETK): Website

Chonsu-Tempel:
The Temple of Khonsu - Volume 1. Plates 1-110. Scenes of King Herihor in the
   Court with the Translations of Texts, OIP 100, 1979 - online
The Temple of Khonsu - Volume 2. Plates 111-207. Scenes and Inscriptions in
   the Court and the First Hypostyle Hall with Translations of Texts and Glossary
   for vol. 1 and 2, OIP 103, 1981 - online

Opet-Tempel:
G. Charloux & E. Laroze: Recent Excavations at the Opet Temple in the
   Karnak Temple Complex, Luxor, KMT 20/1, 2009, p. 19-26

Östlicher Tempel Ramses II.:
C. Nims: The Eastern Temple at Karnak, in: Aufsätze zum 70. Geburtstag von
   Herbert Ricke (Festschrift Ricke), Beiträge zur ägyptischen Bauforschung und
   Altertumskunde 12, 1971, p. 107-111

Ptah-Tempel:
Georges Legrain: Temple de Ptah Rìs-Anbou-F dans Thèbes, Extrait des
   Annales du Service des Antiquités de l’Égypte, 3-1



 
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