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Luxor Westbank - Zerstörte Tempel in Qurna: von Merenptah hin zu den Ramessiden

von Claudia Ali, 01.05.16

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Die jahrtausendealten Tempel Luxors sind unterschiedlich gut erhalten. Die weitgehend intakten, für die Sie ein Ticket erwerben können, werden Sie vermutlich bereits kennen. Doch entlang der modernen Nekropolenstraße liegen aufgereiht wie an einer Perlenschnur etliche weitere Tempel, von denen zum Teil kaum mehr Ruinen erhalten sind. Soweit sie aus Kalk- und Sandstein erbaut wurden, fanden die Blöcke in späteren Sakralbauten Verwendung, soweit es Lehmbauten waren, verfielen sie im Lauf der Zeit.

Seit einigen Jahren werden auch diese "unbedeutenden" Tempel von verschiedenen Archäologen-Teams ausgegraben und rekonstruiert - teilweise mit neuen Lehmziegeln. Wir folgen diesen Tempeln von Süden nach Norden beginnend beim Merenptah-Tempel. Zum besseren Verständnis der Abfolge sind die bekannten Tempel mit Verweis eingefügt.

Viele der Zeitangaben beruhen auf Schätzungen und werden von verschiedenen Quellen unterschiedlich angegeben. Betrachten Sie sie als Hilfsmittel zu Ihrer groben Orientierung.

Hier die Tempel in ihrer Abfolge von Süden nach Norden, so dass Sie sie auch direkt anwählen können:

 

 

Totentempel von Merenptah

Totentempel von Merenptah, © Google
Totentempel von Merenptah, © Google

Zur Tempelbeschreibung...

 

 

Totentempel von Amenhotep III., Nordtor

Totentempel von Amenhotep III., Nordtor
Totentempel von Amenhotep III., Nordtor

Zur Tempelbeschreibung...

 



Tempel in Qurna - Übersicht

 

Totentempel von Tausret

Totentempel von Tausret, © Google
Totentempel von Tausret, © Google

Totentempel von Tausret
Totentempel von Tausret

Tausret (Tauseret-Setep-en-mut, Tausert, Twosre, Twore, Tawosret, Twosret) gehört zu den wenigen weiblichen Pharaonen, die Ägyptens Regierung führten (19. Dynastie, 1193 - 1190/1188 v. Chr.) Sie war Große königliche Gemahlin von Sethos II. und führte nach dessen Tod sechs Jahre lang die Regierungsgeschäfte mit ihrem Stiefsohn Siptah. Als auch dieser starb, war sie drei bis vier Jahre Alleinregentin. Mit ihrem Tod endete die 19. Dynastie.

Totentempel von Tausret
Totentempel von Tausret: Ausgrabungsarbeiten 2010 - noch wurden die Kolosse am Nordtor des Totentempels von Amenhotep III. nicht aufgerichtet

Tausret errichtete ihren 4.624 m² großen Totentempel als Millionenjahrhaus, doch schon bald nach ihrem Tod wurde er zerstört. Man hat als Schuldige Pharao Sethnacht oder seinen Sohn Ramses III. im Verdacht.

Totentempel von Tausret
Totentempel von Tausret: Südlicher Teil, im Hintergrund rechts das Nordtor des Tempels von Amenhotep III.

Totentempel von Tausret
Totentempel von Tausret: Nördlicher Teil, im Hintergrund links der Tempel von Nebneteru

Totentempel von Tausret, Grundriss von PetrieFlinders Petrie untersuchte 1896 kurz Tausrets Totentempel und konstatierte “only a few stones of the foundation remained”. Er nahm damals an, dass der Grundriss dem des Tempels von Merenptah entsprach. Seit 2004 wird Tausrets Tempel ausführlich von der University of Arizona Egyptian Expedition (UAEE) erforscht und ausgegraben. Lange wurde diskutiert, ob er je vollendet wurde. Inzwischen fand die Expedition jedoch Fundamente, Inschriften und Artefakte, die beweisen, dass er zu seiner Zeit voll funktionsfähig war. Außerdem steht nun fest, dass sein Grundriss vom inneren Bereich des Ramesseums inspiriert wurde. Auf Grund der bis 2011 erhobenen Daten konnte die UAEE den Totentempel von Tausret rekonstruieren:

Totentempel von Tausret, Rekonstruktion (außen) nach Aaryn S. Brewer, UAEE
Totentempel von Tausret, Rekonstruktion (außen) nach Aaryn S. Brewer; UAEE

Totentempel von Tausret, Rekonstruktion (innen) nach Aaryn S. Brewer, UAEE
Totentempel von Tausret, Rekonstruktion innen) nach Aaryn S. Brewer, UAEE

Nach der Zerstörung von Tausrets Tempel wurde das nordwestliche Gebiet vor allem in der Dritten Zwischenzeit und der Spätzeit für Begräbnisse genutzt. Zwischen 2009 und 2011 wurden 41 Schädelfragemente und 236 andere Knochenstücke gefunden, die zu mindestens 10 verschiedenen Menschen gehören.

Totentempel von Tausret
Totentempel von Tausret: Die Nordwestecke mit Graböffnungen

W. M. Flinders Petrie: Six Temples at Thebes, 1897
Richard H. Wilkinson (ed.): The Temple of Tausret: The University of Arizona Egyptian Expedition Tausret Temple Project, 2004-2011 ( 31,1 MB)
Pearce Paul Creasman: Excavations at Pharaoh-Queen Tausret’s Temple of Millions of Years, 2012 ( 1,03 MB)
Pearce Paul Creasman: Tausret Temple Project: The 2013 Season and Other Notes ( 1,14 MB)
Pearce Paul Creasman: The Tausret Temple Project: 2014 Season ( 1,25 MB)

 

 

Tempel von Nebneteru/Chonsuirdis

Tempel von Nebneteru, © Google
Tempel von Nebneteru, © Google

Tempel von Nebneteru
Tempel von Nebneteru

Tempel von Nebneteru, Grundriss von PetrieFlinders Petrie untersuchte auch diesen kleinen Tempel. Er schrieb ihn einem Goldschmied im Tempel des Amun mit Namen Chonsuirdis (Khonsuardis) Ende der 25., Anfang der 26. Dynastie zu. Ausgrabungen der Università di Pisa in den 1970er Jahren identifizierten jedoch einen Wesir namens Nebneteru als wirklichen Eigentümer der Grabkapelle und datierten sie auf die 22. bis 23. Dynastie. Die verwendeten Ziegel tragen die Kartusche Thutmosis IV. und stammen aus der Umfassungsmauer seines Tempels.

Tempel von Nebneteru, Rekonstruktion von Digital Egypt for Universities, UCL
Tempel von Nebneteru: Rekonstruktion von Digital Egypt for Universities, UCL

Drei Gruben führen zu drei Kammern:

  • Die südliche führt zu einer unterirdischen Kammer, in der ein Holzsarg und die vier Kanopenkrüge von Nebneteru gefunden wurden. Nebneteru (auch Nebeneru-montu) war der Sohn des Wesirs Hor.
  • Die mittlere Kammer war für Kara(ma)ma bestimmt. Sie war die Tochter von Ankh-un-nefer, einem Wesir und Bürgermeister von Tehna (Akoris, heutiges Tihna el-Dschabal in Mittelägypten), und wahrscheinlich Nebneterus Gemahlin. Ihre Grabbeigaben beinhalten einen beschrifteten Kanopenkrug, Ushebtis, Holzmasken für Särge sowie unbeschriftete Kanopenkrüge und Masken.
  • Die nördliche Kammer war Chaemhor zugedacht, der zur Famile von Montuemhat (Bürgermeister von Theben um 660 v. Chr.), gehörte. Sein Grab wurde jedoch auch für andere Personen verwendet: für den Schreiber Hor, den Propheten des Montu Montuemhat und den bereits erwähnten Goldschmied Chonsuirdis. Weitere Gruben deuten auf eine Verwendung bis mindestens ins 4. Jh. v. Chr. hin.

W. M. Flinders Petrie: Six Temples at Thebes, 1897

Tempel von Nebneteru
Tempel von Nebneteru

Tempel von Nebneteru
Tempel von Nebneteru

Tempel von Nebneteru
Tempel von Nebneteru

 

 

Totentempel von Thutmosis IV.

Totentempel von Thutmosis IV., © Google
Totentempel von Thutmosis IV., © Google

Totentempel von Thutmosis IV.
Totentempel von Thutmosis IV.

Thutmosis IV. war ein Sohn Amenhotep II. und 8. Pharao der 18. Dynastie. Er regierte etwa von 1400 - 1390 v. Chr.

Karl Richard Lepsius identifizierte Mitte des 19. Jh. den Totentempel von Thutmosis IV. anhand dessen Kartuschen auf Ziegeln. Flinders Petrie war 50 Jahre später der erste, der dort tatsächlich Ausgrabungen durchführte. Er berichtet in seinem Buch von 1896, dass Teile des Ersten Pylons immer noch 28 Fuß (8,53 m) tief und 10 Fuß (3 m) hoch waren. Er fand Sandsteinfundamente und Säulenbasen, Stelen- und Statuenfragmente. In einem im Norden an den Tempel grenzenden Gebäude entdeckte er ein Grab mit über 80 nicht mumifizierten Leichnamen, das eindeutig älter war als der Tempel selbst. Petrie vermutete, dass hier ausländische Arbeiter während der Regierungszeit von Thutmosis IV. oder Amenhotep II. bestattet wurden.

In den 1970er Jahren unternahm die Università di Pisa weitere Ausgrabungen auf dem Tempelgelände.

Tempel in Qurna - Übersicht
Totentempel von Thutmosis IV., darüber die Tempel von Nebneteru und Tausret

Totentempel von Thutmosis IV.
Totentempel von Thutmosis IV.

Ursprünglich war der Totentempel von Thutmosis IV. in Terrassen angelegt. Er hatte zwei Pylonen und drei Höfe, einen mit Kolonnaden. Man nimmt an, dass das Design des Kolonnadenhofs als Vorbild für spätere Tempelbauten diente, z.B. für die von Amenhotep III., dem Sohn und Nachfolger von Thutmosis IV. Einzigartig blieben aber die dreifachen Säulenreihen an 3 Seiten des Kolonnadenhofs.

Totentempel von Thutmosis IV., Grundriss von Petrie und Rekonstruktion von Digital Egypt for Universities, UCL
Totentempel von Thutmosis IV.: Grundriss von Petrie und Rekonstruktion von Digital Egypt for Universities, UCL

W. M. Flinders Petrie: Six Temples at Thebes, 1897
Edda Bresciani: L'Attivita Archeologica dell 'universita' di Pisa in Egitto
1977-1980, Egitto e vicino oriente III, 1980

 

 

Totentempel von Wadjmose (Wadjmes)

Totentempel von Wadjmose, © Google
Totentempel von Wadjmose, © Google

Wadjmose war ein Sohn von Thutmosis I. und wurde vermutlich einige Jahre vor dessen Thronbesteigung geboren. Es gibt Darstellungen von Wadjmose im Grab seines Erziehers Paheri in Elkab.

Totentempel von Wadjmose
Totentempel von Wadjmose

Der kleine Tempel wurde 1887 von Georges Daressy entdeckt. Ob der für Wadjmose oder vielleicht schon für Thutmosis I. errichtet wurde, wissen die Archäologen bis heute nicht, denn es wurden von beiden Statuenfragmente gefunden. Auch Statuenteile von Thutmosis III. waren in großer Zahl dabei.

Totentempel von Wadjmose, Grundriss von Petrie und Rekonstruktion von Digital Egypt for Universities, UCL
Totentempel von Wadjmose: Grundriss von Petrie und Rekonstruktion von Digital Egypt for Universities, UCL

Daressy veröffentlichte den Grundriss des Tempels. Als Flinders Petrie keine zehn Jahre später dort arbeitete, waren bereits einige architektonische Bestandteile verschwunden. Der Fund eines blau glasierten Rings mit der Kartusche Amenhotep III. sowie andere blau glasierte Fragmente ließen ihn vermuten, dass der die Tempelkapelle während seiner Regierungszeit für eigene Zwecke restauriert hatte.

Tempel in Qurna - Übersicht
Totentempel von Wadjmose

W. M. Flinders Petrie: Six Temples at Thebes, 1897

 

 

Ramesseum - Totentempel Ramses II.

Ramesseum, © Google
Ramesseum, © Google

Zur Tempelbeschreibung...

 

 

Kapelle von Meritamun (Chapel of the White Queen)

Kapelle von Meritamun, © Google
Kapelle von Meritamun, © Google

Als Flinders Petrie die Kapelle 1896 als erster ausgrub, fand er in der nördlichen Kammer der Kapelle den oberen, 75 cm hohen Teil einer meisterhaft gearbeiteten, bemalten weiblichen Kalksteinstatue. Da sie keine Namen oder Titulaturen trug, die sie hätten identifizieren können, wurde sie die Weiße Königin genannt. Als jedoch 1981 in Achmim eine Kolossalstatue mit dem Namen von Meritamun ausgegraben wurde, die ähnliche Merkmale hatte, war klar, dass es sich bei der Statue der Weißen Königin um Meritamun handelte. Sie zeigt sie in ihrer Funktion als Sistrum-Spielerin der Göttin Mut und ‘Tänzerin des Horus und befindet sich jetzt im Ägyptischen Museum in Kairo (JE 31413 - CG 600).

Meritamun-Statuen aus Qurna (Theben) und aus Achmim, (c) für die rechte Statue: Kurohito
Meritamun-Statuen aus Qurna (Theben) und aus Achmim

Meritamun war die älteste Tochter von Ramses II. und seiner Großen Königlichen Gemahlin Nefertari. Nach dem Tod ihrer Mutter wurde sie die Große Königliche Gemahlin ihres Vaters.

Tempel in Qurna - Übersicht

Kapelle von Meritamun
Kapelle von Meritamun

Kapelle von Meritamun, Grundriss von PetrieSchon zu Petries Zeiten war von der Kapelle kaum etwas übrig. Inzwischen wurde der Grundriss durch neue Mauern sichtbar gemacht.

W. M. Flinders Petrie: Six Temples at Thebes, 1897

 

 

Totentempel von Amenhotep II.

Totentempel von Amenhotep II., © Google
Totentempel von Amenhotep II., © Google

Tempel in Qurna - Übersicht
Totentempel von Amenhotep II. mit Ramesseum und Kapelle der Meritamun

Amenhotep II. war der Sohn von Thutmosis III. und Meritre Hatschepsut (nicht zu verwechseln mit Hatschepsut) und der 7. Pharao der 18. Dynastie (1426-1400 v. Chr.)

Der Totentempel von Amenhotep II. grenzt wie die Kapelle von Meritamun an die nördliche Seite des Ramesseums.

Totentempel von Amenhotep II.
Totentempel von Amenhotep II., Blick nach Südosten

Totentempel von Amenhotep II.
Totentempel von Amenhotep II., Blick nach Südwesten

Totentempel von Amenhotep II.
Totentempel von Amenhotep II.

Flinders Petrie entdeckte den Tempel 1894, arbeitete dort bis 1895 und beschrieb ihn als "confused mass of structures of four different ages". Amenhotep III. nahm größere Änderungen daran vor. Zuletzt wurde die Stätte als Friedhof benutzt. Petrie fand 3 Gräber der 22. Dynastie.

Totentempel von Amenhotep II., Rekonstruktion von Digital Egypt for Universities, UCL
Totentempel von Amenhotep II.: Rekonstruktion von Digital Egypt for Universities, UCL

Inzwischen sind es viele, viele mehr. Seit 1997 arbeitet die italienische Mission des Centro di Egittologia Francesco Ballerini (CEFB) auf dem Tempelgelände. Sie grub weitere Fundamente und Steinblöcke aus und fand mehrfach Grabschächte mit Sargfragmenten, Skeletten, Mumien, Ushebtis, Tonscherben, Kanopenkrügen, Amuletten, Perlen und Ostraka. Zuletzt entdeckte sie 2013 Gräber aus der 3. Zwischenzeit (s. unsere News vom 11.01.13).

Totentempel von Amenhotep II.
Totentempel von Amenhotep II.: Grab

Totentempel von Amenhotep II.
Totentempel von Amenhotep II.: Grab

Eine Aufgabe der Mission des CEFB ist es, bestehende Mauerteile zu konservieren und die Tempelstruktur durch neu errichtete Mauern sichtbar zu machen.

Totentempel von Amenhotep II.
Totentempel von Amenhotep II.

Sie sehen hier den Grundriss des CEFB mit dem verkleinerten Grundriss, den Petrie erstellt hat, unten rechts. Der Tempel hatte einen Hof mit Kolonnaden an jeder Seite:

Totentempel von Amenhotep II., Grundriss des CEFB und von Petrie

W. M. Flinders Petrie: Six Temples at Thebes, 1897
Website des CEFB

 

 

Totentempel von Siptah

Totentempel von Siptah, © Google
Totentempel von Siptah, © Google

Siptah war der vorletzte Pharao der 19. Dynastie (1196-1190 v. Chr.). Nach dem Tod von Sethos II., der vermutlich sein Vater war, bestieg er mit etwa 14 Jahren den Thron. Wegen seines jungen Alters, übernahm seine Stiefmutter Tausret die Regierungsgeschäfte mit ihn. Als er schon mit 20 Jahren starb, war sie die Alleinregentin.

Totentempel von Siptah
Totentempel von Siptah

Totentempel von Siptah
Totentempel von Siptah

Der Totentempel von Siptah wurde vermutlich nie vollendet und schon in einem frühen Baustadium aufgegeben. Die Rekonstruktion zeigt nur die Fundamente und eine kleine Lehmziegelkapelle an der Rückwand. Mehr war nicht vorhanden, als Flinders Petrie auch diesen Tempel untersuchte. Kein Pylon, nur eine Mauer.

Totentempel von Siptah, Grundriss von Petrie und Rekonstruktion von Digital Egypt for Universities, UCL
Totentempel von Siptah: Grundriss von Petrie und Rekonstruktion von Digital Egypt for Universities, UCL

W. M. Flinders Petrie: Six Temples at Thebes, 1897

 



Totentempel von Thutmosis III.

Totentempel von Thutmosis III., © Google
Totentempel von Thutmosis III., © Google

Thutmosis III. (1458-1426 v. Chr.) war der sechste Pharao der 18. Dynastie. Er stammte aus der Ehe von Thutmosis II. mit einer Nebenfrau namens Isis, während dessen Hauptgemahlin Hatschepsut war. Da Thutmosis III. bei der Thronbesteigung noch ein Kind war, führte seine Stiefmutter zunächst die Regierungsgeschäfte. Erst nach ihrem Tod kam Thutmosis an die Macht.

Totentempel von Thutmosis III.
Totentempel von Thutmosis III. aus der Luft

Thutmosis III. baute in Theben zwei Totentempel: den ersten, um den es hier geht. in Qurna, den zweiten in Deir el Bahari neben dem Totentempel von Hatschepsut.

Totentempel von Thutmosis III.
Totentempel von Thutmosis III.

Der Totentempel (Henket-anch) in Qurna ist wie der in Deir el-Bahari ein Millionenjahrhaus und war Amun geweiht. Der Tempel wurde in zwei Phasen gebaut und wird hute durch die moderne Nekropolenstraße geteilt.

Totentempel von Thutmosis III.
Totentempel von Thutmosis III., rechts von der Straße die Reste des Pylon

In der 1. Bauphase hatte der Totentempel von Thutmosis III. zwei Terrassen aus Kalkstein und Sandstein und war von einer Lehmziegelmauer umgeben. Eine Rampe führte zu einer Kolonnade mit 10 Säulen, die vermutlich wie der Hatschepsut-Tempel mit Osirisstatuen bestückt waren. Dahinter lag ein offener Hof mit Säulengängen an jeder Seite, der in mehrere kleinere Räume und schließlich in das Sanktuar überging. Das Sanktuar bestand aus der Amun-Kapelle in der Mitte und je zwei weiteren Kapellen auf beiden Seiten, von denen eine dem Sonnengott Re-Harachte geweiht war. Seltsamerweise war die gewölbte Decke des Sanktuars mit religiösen Szenen aus den Jenseitsbüchern dekoriert, wie man sie sonst nur in Gräbern im Tal der Könige findet. An der rechten hinteren Ecke des Tempels mag ein Altar für die Verehrung des Sonnengottes gestanden haben.

Totentempel von Thutmosis III.
Totentempel von Thutmosis III.

In der 2. Bauphase wurde der Tempelbau nach Osten erweitert und um einen Pylon, eine weitere Terrasse und um einen Hathor-Schrein ergänzt, welcher vermutlich von Amenhotep II., seinem Sohn und Nachfolger, vollendet. Wahrscheinlich erst in der Zeit nach Amenophis IV. wurden zwei Priesterwohnungen an die südwestliche Umfassungsmauer angebaut. Der Abbau des Tempels begann vermutlich unter Ramses II., der die Bauteile für den Bau des Ramesseums verwendete.

Totentempel von Thutmosis III.
Totentempel von Thutmosis III. (April 2016)

Totentempel von Thutmosis III.
Totentempel von Thutmosis III. (Januar 2014)

Totentempel von Thutmosis III.
Totentempel von Thutmosis III.: Pylon auf der Ostseite der Straße (April 2016)

Karl Richard Lepsius konnte 1844 die Tempelruine auf Grund der Ziegelstempel Pharao Thutmosis III. zuordnen. 1905 begann Arthur E. P. Weigall für die ägyptische Altertümerverwaltung mit der Freilegung. Sie blieb unvollständig. Von 1934 bis 1937 ließ Ludwig Borchardt auf eigene Kosten von Herbert Ricke eine weitere Untersuchung durchführen.

Totentempel von Thutmosis III., Pläne von Weigall (li.) und Ricke (re.)
Totentempel von Thutmosis III.: Pläne von Weigall (li.) und Ricke (re.)

Seit 2008 arbeiten ägyptische und spanische Archäologen des SCA und der Real Academia de Bellas Artes de "Santa Isabel de Hungría" de Sevilla unter dem Namen Thutmosis III Temple Project an der Rekonstruktion, Säuberung und Restaurierung des Totentempels. Über ihre aktuellen Funde berichteten wir in unseren News am 16.11.13, am 26.12.13 und am 21.11.14. Einige der schönsten und wichtigsten Fundstücke sind seit dem 12. Dezember 2015 in der Ausstellung Eternal Thebes im Luxor Museum zu sehen (s. News vom 18.12.15).

Totentempel von Thutmosis III., Fund von 2014
Totentempel von Thutmosis III.: Fund von 2014

Arthur E. P. Weigall: A Report on the Excavation of the Funeral Temple of Thoutmôsis III at Gurneh, in: Annales du service des antiquités de l'Égypte, vol. 7, 1906, S. 121–141
Arthur E. P. Weigall: Plan of the Mortuary Temple of Thoutmose III., in: Annales du service des antiquités de l'Égypte, vol. 8, 1907, S. 286.
Herbert Ricke: Der Totentempel Thutmosis' III., baugeschichtliche Untersuchung, Kairo 1939
Website des Thutmosis III Temple Project

 

 

Totentempel der Ramessiden

Totentempel der Ramessiden, © Google
Totentempel der Ramessiden, © Google

In der 20. Dynastie herrschten Pharaonen, die alle den Namen Ranses trugen - angefangen bei Ramses III. (1187-1156 v. Chr.) bis hin zu Ramses XI. (1105 -1070 v. Chr.) - die Ramessiden. Am Ende der Aufwege zum Totentempel von Mentuhotep II. und zum Totentempel von Thutmosis III. in Deir el-Bahari errichtete Ramses IV. (1156-1150 v. Chr.) seinen Totentempel, der heute Totentempel der Ramessiden genannt wird, da der Bau von Ramses V. (1150-1145 v. Chr.) und Ramses VI. (1145-1137 v. Chr.) weitergeführt wurde. Er blieb jedoch unvollendet.

Totentempel der Ramessiden
Totentempel der Ramessiden

Der Bau diente als Millionenjahrhaus - das letzte, das errichtet wurde - und bestand aus einem Pylon, zwei Säulenhöfen und einem Sanktuar. 1911 erfolgte die erste partielle Freilegung des Tempels durch Herbert E. Winlock vom Metropolitan Museum of Art. Bis sein Nachfolger Ambrose Lansing 1934/35 die Gründungsdepots von Ramses IV. ausgrub, war die Datierung jedoch unklar. Die Grabungen der Universität Wien 1969-1971 führten zu wesentlichen Erkenntnissen über die Ausdehnung, die Konstruktion und die aufwändige, für diese Zeit einzigartige Fundamentierung auf einem Sandbecken, das die kultische Reinheit des Baugrundes garantieren sollte. Viele der ausgegrabenen Kalksteinblöcke stammen aus den Tempeln von Thutmosis II., Amenhotep II, Hatschepsut, Ramses II., Merenptah und Ramesses III.

Totentempel der Ramessiden
Totentempel der Ramessiden

Totentempel der Ramessiden
Totentempel der Ramessiden

Ambrose Lansing: The Egyptian Expedition 1934–1935 - The Museum’s Excavations at Thebes, in: Bulletin of the Metropolitan Museum of Art, Sect. II, New York Nov. 1935, S. 4–12
Manfred Bietak: Theben-West (Luqsor) - Vorbericht über die ersten vier Grabungskampagnen (1969–1971), in: Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 278 (4), Wien 1972
Manfred Bietak: Ausgrabungen in Theben West, Asasif, in: Archiv für Orientforschung, Nr. 24, 1973, S. 230–239
Julia Budka: Die Tempelanlagen Ramses’ IV. in Theben-West, in: Kemet, Jg. 10, 2001, H. 2, S. 28–32

 



 
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