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Luxor Westbank - 09. Dezember 2017:
Die Eröffnung des Allerheiligsten im Hatschepsut-Tempel

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von Claudia Ali, 14.12.17

 

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Eröffnung des Allerheiligsten im Hatschepsut-Tempel - Einladung
Einladung zur Eröffnung des Allerheiligsten im Hatschepsut-Tempel

Hatschepsut-Tempel: Blick auf den Säulengang des Sanktuars
Blick auf den Säulengang des Allerheiligsten

Das Allerheiligste (P im Grundriss) des Hatschepsut-Tempels liegt auf dessen obersten Terrasse und umfasst die westlichsten Räume des gesamten Tempelgebäudes - hineingebaut in das Felsmassiv, das den Tempel überragt. Durch einen ptolemäischen Säulengang gelangt man in die inneren Räume: in den Barkenraum mit 6 seitlichen Nischen, den Statuenraum mit 2 seitlichen Kapellen und von dort in das ptolemäische innere Sanktuar. In den letzten Jahren wurden sie durch die Mission des Polish Centre of Mediterranean Archaeology (PCMA) der Universität Warschau in Kairo restauriert.

Der Totentempel von Hatschepsut - Grundriss

A
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I
J
K
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M
N
O
P

Rampe
1. Terrasse
Untere Kolonnade: Obeliskenhalle
Untere Kolonnade: Jagdhalle
2. Terrasse
Pfeilerreihe
Mittlere Kolonnade: Hathor-Kapelle
Mittlere Kolonnade: Punt-Halle
Mittlere Kolonnade: Geburtshalle
Mittlere Kolonnade: Anubis-Kapelle
Obere Kolonnade
3. Terrasse
Hatschepsuts Grabkapelle
Sonnenhof für Re-Harachte
Amun-Kapelle
Allerheiligstes

 

Eröffnung:

Die feierliche Eröffnung fand am 09. Dezember 2017 kurz nach 14 Uhr statt. Sie wurde organisiert vom Ägyptischen Staatsministerium für Altertümer in Zusammenarbeit mit dem Research Centre of the Polish Centre of Mediterranean Archaeology der Universität Warschau in Kairo (PCMA) und der polnischen Botschaft. Zugegen waren der ägyptische Antiquitätenminister Khaled el-Anany, der polnische Botschafter in Ägypten Michał Murkociński, der Rektor der Universität Warschau Marcin Palys, der Gouverneur von Luxor Mohammed Badr und last but not least der Direktor der Polish-Egyptian Archaeological and Conservation Mission at the Temple of Hatshepsut at Deir el-Bahari Zbigniew Szafrański mit seinem Team (im Bild).

Mission des Polish Centre of Mediterranean Archaeology (PCMA) der Universität Warschau in Kairo vor dem Allerheiligsten im Hatschepsut-Tempel, Luxor Westbank
Das polnische Team mit seinem Direktor Zbigniew Szafrański (blauer Anzug)

Dieses Mal durchschnitt der polnische Botschafter das rote Absperrband gleich nach Ankunft des Ministers, und erst nach der Besichtigung des Amun-Re-Sanktuars wurden die Reden gehalten.

Hatschepsut-Tempel: Eröffnung des Allerheiligsten
Altertümerminister Khaled el-Anany und Botschafter Michał Murkociński, © M. Mackiewicz

Der Andrang war groß!

Hatschepsut-Tempel: Eröffnung des Allerheiligsten
Eröffnung des Allerheiligsten

Hatschepsut-Tempel: Eröffnung des Allerheiligsten
Eröffnung des Allerheiligsten

 

Das Allerheiligste (Sanktuar):

Geschichte:

Hatschepsut baute das Allerheiligste für ihren göttlichen Vater Amun-Re gleich nach ihrer Krönung im Jahr 1473 v. Chr. Es war einer der am frühesten fertiggestellten Tempelteile. Danach veranlasste die Pharaonin mehrfach kleinere bauliche Veränderungen. Eine der wesentlichen war der Austausch des Kalksteintors durch ein eindrucksvolles Portal aus Rosengranit.

Hatschepsut-Tempel: Eingang zum Allerheiligsten
Eingang zum Allerheiligsten

Nach Hatschepsuts Tod wurden die Skulpturen und Wanddekorationen im Allerheiligsten mehrfach zerstört (zuerst von Thutmosis III., dann von Echnaton) und wieder restauriert (von Tutanchamun und Haremhab).

Während der Dritten Zwischenzeit (1070 - 664 v. Chr.) fungierte das Allerheiligste zusammen mit anderen Räumen der obersten Terrasse als Friedhof für Familienangehörige des Königshauses, Adlige und Montu-Priester. Nachdem es durch ein Erdbeben beschädigt worden war, wandelte es Ptolemaios VIII. in der ersten Hälfte des 2. Jh. n. Chr. völlig um. Er errichtete vor der Fassade einen Säulengang aus Steinblöcken der zerstörten oberen Terrasse und verschloss die Nischen und Oberlichter des Barkenraums. Den hintersten Raum, der einst die Statue von Amun-Re beherbergt hatte, baute er in eine Kultkapelle für Amenhotep Sohn des Hapu und für Imhotep um.

Die Römer hinterließen ebenfalls Spuren im hinteren Raum, und in byzantinischer Zeit wurde das Sanktuar einem Kloster angegliedert, das auf der oberen Terrasse errichtet worden und bis zum 6. Jh. n. Chr. in Betrieb war.

 

Funktion:

Zur Zeit von Hatschepsut endete der Prozessionszug des Talfestes, der einmal im Jahr stattfand und seinen Anfang in Karnak nahm, im Allerheiligsten ihres Tempels. Die Wände dort sind bedeckt mit Gemälden der Feierlichkeiten. Hatschepsut leitete die Prozession zusammen mit ihrem Stiefsohn und Co-Regenten Thutmosis III., gefolgt von Adligen und Priestern, die die Heilige Barke vom Amun-Tempel in Karnak über den Nil brachten und zu den Tempeln des westlichen Theben trugen. Musiker und Tänzer begleiteten sie, Hofbeamte und Priester trugen Standarten, Ritualgegenstände, Opfergaben und kleine Statuen, die Mitglieder der königlichen Familie darstellten. Bewaffnete Soldatentrupps gewährleisteten die Sicherheit für die Barke, die Pharaonin und ihre Würdenträger. Am Ende der Reise wurde die Heilige Barke im Barkenraum des Allerheiligste abgestellt die Priester vollzogen die entsprechenden Rituale und die Statue des Amun-Re verbrachte die Nacht dort. Am nächsten Morgen wurde sie nach weiteren Ritualen wieder in der Barke nach Karnak zurückgebracht.

 

Der Barkenraum:

Das Rosengranit-Portal führt direkt iin den von einer Gewölbedecke überdachten Barkenraum. Hier standen ursprünglich vier Hatschepsut-Statuen in Osirisgestalt, die die Heilige Barke beschützten, in jeder Ecke des Raumes eine. Heute stehen nur noch zwei, und diese sind kopflos.

Hatschepsut-Tempel: Barkenraum des Allerheiligsten
Barkenraum

Neben den Ritualen des Talfestes vollzogen die Priester natürlich auch tägliche Rituale zu Ehren von Amun-Re. Einige Episoden und Opfergabenlisten sind in den Nischen des Barkenraums dargestellt. Außerdem ist hier Hatschepsuts gesamte Familie abgebildet, die Lebenden und die Verstorbenen.

Hatschepsut-Tempel: Barkenraum des Allerheiligsten
Barkenraum, linke Seite - obere Wand mit Deckengewölbe links

Hatschepsut-Tempel: Barkenraum des Allerheiligsten
Barkenraum, rechte Seite - obere Wand rechts: rechts außen Prinzessin Neferure, das einzige Kind von Hatschepsut und Thutmosis II.

Hatschepsut-Tempel: Barkenraum des Allerheiligsten
Barkenraum - Wand über dem Durchgang zum Statuenraum

 

Der Statuenraum:

Der Statuenraum hat zwei seitliche Kapellen, die der Großen Thebanischen Enneade geweiht sind. Diese bestand aus 15 Gottheiten, die in Heliopolis und Theben verehrt wurden, allen voran der Kriegsgott Montu. Er bzw. Amun sind an den Rückwänden der Kapellen dargestellt. Die nördliche zeigt die Gottheiten aus Heliopolis, die südliche die thebanischen, Atum und Montu sind in beiden zu sehen.

Hatschepsut-Tempel: Statuenraum des Allerheiligsten
Statuenraum - linke, südliche Seite

Hatschepsut-Tempel: Statuenraum des Allerheiligsten
Statuenraum - linke Kapelle

Hatschepsut-Tempel: Statuenraum des Allerheiligsten Statuenraum - rechte, nördliche Seite

Hatschepsut-Tempel: Statuenraum des Allerheiligsten
Statuenraum - rechte Seite, Detail: Thutmosis III. opfert Amun-Re Natronkugeln

Hatschepsut-Tempel: Statuenraum des Allerheiligsten
Statuenraum - rechte Kapelle

Hatschepsut-Tempel: Statuenraum des Allerheiligsten
Statuenraum - rechte Kapelle, Detail

 

Der Opferraum:

Vom Statuenraum gelangt man in den Opferraum, das innere Sanktuar - sein Anblick ist nach den feinen Reliefs der 18. Dynastie erst einmal ein Schock. Wie weiter oben schon gesagt wandelte Ptolemaios VIII. den Opferraum in der ersten Hälfte des 2. Jh. n. Chr. in eine Kultkapelle für Amenhotep Sohn des Hapu und für Imhotep um.

Hatschepsut-Tempel: Opferraum des Allerheiligsten
Opferraum

Hatschepsut-Tempel: Opferraum des Allerheiligsten
Opferraum - Detail der linken Wand

In diesem Raum stand ursprünglich eine Götterstatue von Amun-Re, die in täglichen Ritualen belebt wurde.

 

Sonnenwunder:

Über den Eingängen zum Barkenraum und zum Statuenraum sind kleine Oberlichter eingelassen, deren Größe, Form und Position so genau aufeinander abgestimmt ist, dass zweimal im Jahr das bei Sonnenaufgang hereinfallende Sonnenlicht das Gesicht der Statue von Amun-Re anstrahlte. Zu Hatschepsuts Zeit dauerte dieses Phänomen 10 Tage und fand Mitte November sowie Mitte Februar statt.

Hatschepsut-Tempel: Blick auf den Eingang des Barkenraums mit Oberlicht
Blick auf den Eingang des Barkenraums mit Oberlicht

 

 

Die Reden:

Reden anläßlich der Eröffnung des Allerheiligsten im Hatschepsut-Tempel, Luxor Westbank
Redner und Publikum

Reden anläßlich der Eröffnung des Allerheiligsten im Hatschepsut-Tempel, Luxor Westbank
Am Mikrofon der polnische Botschafter Michał Murkociński

Reden anläßlich der Eröffnung des Allerheiligsten im Hatschepsut-Tempel, Luxor Westbank
Michał Murkociński und am Mikrofon der Direktor der Mission Zbigniew Szafrański

Hatschepsut-Tempel: Ende der Eröffnung des Allerheiligsten
Ende der Eröffnung

 

 

Die Mission:

Die Mission des Polish Centre of Mediterranean Archaeology (PCMA) der Universität Warschau in Kairo hat wie schon bei der Restaurierung des Sonnenhofes im Hatschepsut-Tempel, wahrhaft Phantastisches geleistet. Hier drei Vorher-Nachher-Bilder aus der Broschüre der Mission:

Hatschepsut-Tempel: Vorher-Nachher-Bilder aus der Broschüre der Mission, (c) Franciszek Pawlicki
Vorher-Nachher-Bilder aus der Broschüre der Mission (s.u.), © Franciszek Pawlicki

 

 

Quelle:

Polish Centre of Mediterranean Archaeology, University of Warsaw: The Main Sanctuary of Amun-Re in the Tempel of Hatshepsut in Deir el-Bahari, 2017

 



 
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