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Luxor Westbank und Eastbank - News
Was gibt es Neues in und rund um Luxor 2017?
September 2017

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Friedhof in Dra Abu el Naga entdeckt, Luxor Westbank

(09.09.17)
Heute, am Samstag, dem 9. September 2017, erfolgte nun endlich die seit Monaten vielfach von offizieller Seite angedeutete Sensationsentdeckung. Nein, es handelt sich nicht um ein Pharaonengrab, schon gar nicht um das von Nofretete. Vielmehr gab der Altertümerminister Khaled el-Anany bekannt, dass eine ägyptische Mission unter Leitung von Moustafa Waziri in Dra Abu el-Naga einen Friedhof ausgegraben hat.
Als im April 2017 in Dra Abu el-Naga das Grab Kampp157* gefunden wurde, entdeckte man neben dem Eingang zum Grab von Userhat zwei weitere, damit verbundene Grabeingänge. Hier hat man inzwischen weiter gegraben.
Zum einen wurde ein Grab aus der 18. Dynastie (wieder)entdeckt, das einem Goldschmied des Amun namens Amenemhat gehört und die Nummer Kampp390* trägt. Zum anderen fand man den Grabschacht eines Familienbegräbnisses aus dem Mittleren Reich.
Amenemhats Grab besteht aus einem Eingangskorridor, einer quadratischen Kammer, in der sich eine Nische mit Sitzstatuen des Verstorbenen und seiner Frau mit einem ihrer Söhne befindet, und zwei Grabschächten. Der Hauptschacht für Amenemhat und seine Familie ist 7 Meter tief und enthält etliche Mumien, Sarkophage, Mumienmasken und eine Sammlung von Ushebtis. Im zweiten Schacht links daneben fand man diverse beschädigte Sarkophage sowie zahlreiche Schädel und andere Skeltettteile aus der 21. und 22. Dynastie.
Im offenen Hof vor dem Grab entdeckte die Mission mehrere Grabschächte aus dem Mittleren Reich. Darinnen fand man Holzsärge mit den gut erhaltenen Mumien einer 50jährigen Frau und ihrer zwei erwachsenen Söhne, außerdem ein paar Kopfstützen und Tongefäße. Im Lauf der Ausgrabungen wurden außerdem Reste eines Opfertisches aus Kalkstein, 4 zum Teil beschädigte Holzsarkophage, eine Doppelstatue aus Sandstein, 150 Ushebtis aus Fayence, Holz, Ton, Kalkstein und Lehm sowie 50 Grabkegel entdeckt, von denen 40 auf die Existenz von 4 weiteren Gräbern hindeuten. Diese 40 gehören 4 Beamten namens Maati, Bengy, Rourou und dem Wesir Ptahmes, ihre Gräber wurden aber noch nicht gefunden. Die anderen 10 tragen die Namen von Nebamun, dem Schreiber und Getreideverwalter im Getreidespeicher des Gottes Amun - sein Grab ist wahrscheinlich TT145 - , und von Nebsenu, einem Hohepriester des Amun, dem vermutlich Kampp143* gehört.
*Zur Zählung siehe: Friederike Kampp: Die thebanische Nekropole. Zum Wandel des Grabgedankens von der XVIII. bis zur XX. Dynastie, 1996

Kampp390, Pressekonferenz am 09.09.2017, (c)  MoA

Kampp390, Pressekonferenz am 09.09.2017, (c)  MoA

Kampp390, Pressekonferenz am 09.09.2017, (c)  MoA

 



 
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