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Leben in Luxor News: Neues in und um Luxor im August/September 2026
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Die Suche nach geheimen Grabkammern in Tutanchamuns Grab geht in eine neue Runde, Luxor Westbank
17.09.26
Bereits seit 2015 beschäftigen sich Forscher mit der Frage, ob sich hinter der Nordwand von Tutanchamuns Grab (KV62) ein weiteres Grab, womöglich das von Nofretete, verbergen könnte. Allen voran Nicholas Reeves und der frühere ägyptische Altertümerminister Mamdouh El-Damaty, heute Archäologe an der Ain-Shams-Universität in Kairo. Unter der Leitung von El-Damaty führten von 2023 - 2024 die GBG Group Cambridge (ein internationales Beratungsunternehmen für Geophysik), und das National Research Institute for Astronomy and Geophysics (NRIAG), Kairo, in Zusammenarbeit mit dem Amarna Royal Tombs Project neue archäo-geophysikalische Untersuchungen in und um KV62 durch. George Ballard, Bauingenieur und Präsident der GBG Group, analysierte diese und alle früheren Untersuchungsergebnisse. Die Schlussfolgerungen stellte das Forscherteam nun in einer Studie vor.
El-Damaty und seine Kollegen vom NRIAG führten eine Reihe von Tests durch: Ermittlung der Bodendichte rund um KV62, Bodenradarmessungen sowie eine Mikrogravitationsmessung in KV62, Untersuchungen der Grabstruktur, des umliegenden Bodens und der Wandmalereien. Zusammengenommen deuten die Daten stark darauf hin, dass es einen verborgenen Komplex aus Gängen und Räumen gibt, der aus der Zeit vor der Bestattung Tutanchamuns stammt.
Ballard ist überzeugt, dass die Daten einen 2 Meter breiten, mit Schutt dicht gefüllten Gang zeigen, der von der Grabkammer wegführt, den frühere Teams übersehen hatten, weil sie nach einem größeren Hohlraum unmittelbar hinter der Wand gesucht hatten.
Ballard sagt, dass die Daten aus mehr als 1.200 Messungen auf einer Fläche von 35 Quadratmetern zudem auf mögliche künstliche Kammern hindeuten: „Strukturen mit rechten Winkeln und geringer Dichte – und interessanterweise verlaufen die Achsen dieser Strukturen parallel zur Nordwand“. Die vermuteten Kammern scheinen nicht mit anderen Eingängen verbunden zu sein, was darauf hindeutet, dass sie – sofern sie existieren – seit der Antike nicht mehr betreten wurden. Ein weiterer möglicher Raum befindet sich unmittelbar westlich der Grabkammer, jedoch gibt Ballard zu, dass das Signal hier durch den Gravitationseinfluss eines anderen, in der Nähe gelegenen Grabes verfälscht wird.
Die Entscheidung, ob ein Blick in die vermeintlichen Kammern die nur wenige Meter vom bestehenden Grab KV62 entfernt liegen, geworfen werden kann, trifft der SCA. Sollte die Genehmigung erteilt werden, könnten schon im November vorsichtige Bohrungen durch mit Kameras ausgestattete Miniatur-Traktoren beginnen.
Die Originalstudie, eine sehr umfassende Arbeit mit 58 Seiten, finden Sie hier:
An Archaeo-Geophysical Review and Assessment of the Structure and Morphology of Tutankhamun's Tomb (KV 62) (The Burial of Nefertiti? IV)
by Mamdouh Eldamaty (Project Director), Abbas Mohamed Abbas, George Ballard, and Nicholas Reeves (Amarna Royal Tombs Project - Valley of the Kings, Occasional Paper 8, 2026)
Zur Vorgeschichte, die auf den Thesen des Ägyptologen Nicholas Reeves beruht, lesen Sie in unseren News vom 11.08.15 (Reeves' Thesen), 01.10.15 (1. Grabbegehung mit Reeves), 06.11.15 (Infrarotuntersuchung), 28.11.15 (Pressekonferenz zur 1. Radarmessung), 02.04.16 (Pressekonferenz zur 2. Radarmessung), 13.02.17 (1. Ankündigung abschießender Radarscans) und vom 02.02.18 (Beginn der 3. Radaruntersuchungen), 06.05.18 (letzte Ergebnisse).

Tutanchamuns Grab (grau) mit vermutlichen Räumen (gelb) und spekulativen Räumen (hellviolett), © Nature, auf Basis einer Zeichnung der GBG Group
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Bestattung mit Hund, Luxor Westbank
25.08.26
Bei der näheren Untersuchung einer über die Jahrhunderte immer wieder benutzten Seitenkammer (SC3) in TT209, dem Grab des hohen nubischen Beamten Nisemro im südlichen Asasif, stießen Jared Carballo-Pérez und Miguel Ángel Molinero Polo von der Universidad de La Laguna, San Cristóbal de La Laguna, Teneriffa. auf einen überraschenden und einzigartigen Fund: Bei den Überresten von 16 mumifizierten Menschen und Knochenfragmenten von mindestens 4 weiteren Menschen fand sich auch ein mumifizierter Hund.
Die Bestattungen in der Seitenkammer 3 wurden zwischen der 25. Dynastie und der ptolemäischen Zeit vorgenommen. Darin, auf den unteren Gliedmaßen eines Mannes und einer Frau aus der persischen Zeit, die gestapelt auf zwei weiteren Mumien lagen, befand sich dieser mumifizierte Hund (s. Zeichnung).
Warum die beiden mit einem Hund begraben wurden, darüber kann man nur spekulieren. Seine Platzierung könnte einerseits auf eine enge emotionale Beziehung hindeuten, andererseits könnte er auch Teil eines religiösen Rituals gewesen sein, eine Art Seelenbegleiter ins Jenseits. Wir werden es vermutlich nie erfahren ...

Plan von TT209 mit der Seitenkammer SC3 zum Zeitpunkt der 10. Ausgrabungskampagne, © S. Pou-Hernández and M.A. Molinero Polo

Zeichnung der Auffindesituation des Hundes (pink, M9) über den beiden menschlichen Körpern M6 und M7, © J. Carballo-Pérez



